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Lern- und Studienzentrum: Verspätete Grundsteinlegung

AStA kritisiert Substitution staatlicher Mittel durch Studiengebühren

Angesichts der heutigen Grundsteinlegung des Lern- und Studienzentrums (LuSt) erneuert der AStA Uni Göttingen die Kritik an der Komplettfinanzierung des umstrittenen Baus aus Studiengebühren. Als Baukosten sind inzwischen über neun Millionen Euro veranschlagt, sowie 400.000 € jährliche Unterhaltskosten. Um eine anteilige Finanzierung des LuSt durch das Land hatte sich die Universität gar nicht erst bemüht. “Bereits seit der Einführung der Studiengebühren in Niedersachsen sehen KritikerInnen die Gefahr, dass die öffentliche Finanzierung des Hochschulwesens schrittweise zurückgezogen wird – im Fall des LuSt bestätigt sich das einmal mehr”, so der AStA-Vorsitzende Kay Bents.

Bereits jetzt zeichnen sich weitere Pläne des Universitätspräsidiums ab, Neubauten und größere Umbauarbeiten an der Universität aus Studienbeiträgen zu finanzieren, zum Beispiel der Bau eines Seminargebäudes am Nordcampus oder der Ausbau der Zentralbibliothek. “Die einmalige Finanzierung eines Neubaus hat jetzt natürlich Begehrlichkeiten auf allen Seiten geweckt”, so Bents weiter.

Die bisherige Baugeschichte war durch Pannen und Misskalkulationen geprägt. So war die Fertigstellung ursprünglich bereits für das laufende Wintersemester 2011/12 angesetzt. Da im Vorfeld keine genaue Bedarfsanalyse durchgeführt wurde, geht das Konzept des LuSt nun an vielen Stellen an den konkreten Interessen der Studierenden vorbei. So wird es beispielsweise nicht möglich sein, Bücher aus den Präsenzbeständen der angrenzenden Bibliotheken in das Lerngebäude mitzunehmen.

„Die Finanzierung von derartig einfallslosen Prestigeprojekten ist ein Hohn für alle Studierenden, die durch die Studiengebühren erheblich finanziell belastet werden. Die Verwendungspraxis von Studiengebühren an der Uni Göttingen zeigt einmal mehr, dass es an der Zeit ist, die Gebühren endlich auch in Niedersachsen und Bayern abzuschaffen“, so AStA-Sozialreferentin Isabel Rudat abschließend.

AStA Uni Göttingen, 8. Februar 2012


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